Während einige neue Trader das Glück des Unerfahrenen erfahren und das richtige Währungspaar oder die richtige Aktie auswählen, hält dieses Glück selten an. Für einen langfristigen Handelserfolg muss man als Trader in der Lage sein, fundierte Handelsentscheidungen zu treffen und diese Entscheidungen sollten immer das Ergebnis von einer Trading Analyse sein.

WIE KÖNNEN VERMÖGENSWERTE ANALYSIERT WERDEN

Die drei gebräuchlichsten Herangehensweisen beim Trading sind die Fundamentalanalyse, die technische Analyse und die Wellenanalyse. Alle drei werden im folgenden näher beschrieben, sodass Sie genau wissen, wie sie welche Analyse für Ihre Ziele nutzen können. Sie sollten sich jedoch nie auf nur einen Ansatz verlassen. Die Kraft der Analysen liegt in der Kombination der einzelnen Wege. Weiterhin ist die Nützlichkeit der Trading Analysen von Ihrer Strategie abhängig. Bei mittelfristigen Investitionen nach der Swing Strategie sind Analyseansätze für kurzfristige, stündliche Preisbewegung irrelevant und benötigen keine Beachtung.

DIE DARSTELLUNG VON CHARTS

Eine der beliebtesten Arten von Charts ist die Darstellung mit Kerzen. Hierbei werden die Kurse nicht auf Linien dargestellt, sondern für einen einstellbaren Zeitraum als einzelner Balken (Kerze genannt). Die Kerzen werden nebeneinander gestellt und Sie können ebenfalls durch einfaches Zoomen die Gesamtzahl der Kerzen pro Chart einstellen. Dadurch wird immer der höchste und der niedrigste Preis pro Zeitraum/Kerze dargestellt. Weiter können sehr leicht folgende Punkte, immer in Bezug zum gewählten Zeitraum, betrachtet werden:

  • Der Eröffnungspreis

  • Der Schlusskurs

  • Der niedrigste Preis

  • Der höchste Preis

  • Der Eröffnungspreis

  • Der Schlusskurs

  • Der niedrigste Preis

  • Der höchste Preis

Candle Stick

Diese Informationen ermöglichen es Ihnen, die Preisbewegungen zu beurteilen. Wenn beispielsweise eine Kerze nahe dem höchsten Preis des Zeitraums schließt, steht dies für ein starkes Käuferinteresse während dieses Zeitraums. Im Zusammenhang können daraus Trends erkannt und genutzt werden. Im Laufe der Zeit entstehen gemeinsame Muster in der Bewegung der Charts (und der Bildung verschiedener Kerzen), die dann verwendet werden können, um zukünftige Preisbewegungen vorherzusagen und basierend auf diesen Prognosen die besten Trades durchzuführen. Die Modelle können Potenziale für ein profitables Geschäft aufzeigen.

DIE FUNDAMENTALANALYSE

Die fundamentale Analyse der Finanzmärkte konzentriert sich auf die Gesamtleistung der Wirtschaft und untersucht verschiedene Faktoren wie Zinssätze, Beschäftigung, BIP, Inflation, internationaler Handel, Produktion und deren Auswirkungen auf die Landeswährung, mit der sie verbunden sind. Beispielsweise kann der Wert des australischen Dollars nach Bekanntgabe der Zinssätze durch die Reserve Bank of Australia schwanken, was sich auf die Bewegung aller Währungspaare einschließlich des AUD auswirkt.

Die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren, die den größten Einfluss auf den Forex Markt haben, sind:

  • Zinssätze der Zentralbanken

  • BIP

  • Neue Arbeitsplätze in der Wirtschaft
  • Arbeitslosigkeit

  • Inflation

  • Industrieproduktion

  • Einzelhandel

  • Bestellungen für langlebige Güter

Es gibt drei mögliche Szenarien, die auf die Ankündigung von Wirtschaftsnachrichten und Ankündigungen folgen:

1.

Bei einer fehlenden Reaktion hat der Markt diese Informationen bereits erwartet und vorab eingepreist.

2.

Starke Bewegung im Einklang mit öffentlich angekündigten Wirtschaftsdaten

3.

Starke Bewegung gegen die angekündigten Wirtschaftsdaten.

Die Herausforderung besteht im Bewerten der Szenarien und welche davon am wahrscheinlichsten eintreten. Darauf aufbauend wird gehandelt und die passenden Positionen werden geöffnet. Ein guter Ausgangspunkt für diesen Ansatz ist über bevorstehende Ereignisse Bescheid zu wissen, die sich auf die Märkte auswirken können. Weiterhin sollte immer die Vergangenheit bei der Bewertung mit einbezogen werden. Sehr häufig reagieren Werte bei gleichen Ankündigungen und News sehr ähnlich. Lernen Sie aus der Vergangenheit, um die Zukunft vorhersagen zu können und davor zu profitieren. Verlieren Sie jedoch nie das „Große und Ganze“ aus den Augen. Sehr häufig hängen verschiedenen Informationen zusammen und können entgegensetze Bewegungen für die Märkte bringen. Eine sehr gute Methode ist die Verwendung eines für Ihre Strategie passenden Wirtschaftskalenders.

Wirtschaftskalender

Die Märkte bewegen sich in der Regel auf der Grundlage der regelmäßigen Wirtschaftsnachrichten. Beim Trading von beispielsweise Währungen sollte immer berücksichtigt werden, dass das Währungspaar tatsächlich zwei verschiedene Volkswirtschaften darstellt. Zum Beispiel bewegt sich EUR/USD auch aufgrund der Unterschiede zwischen den Volkswirtschaften der USA und der Eurozone. Daher analysieren erfolgreiche Trader beide Volkswirtschaften und interpretieren die Informationen um zukünftige Preisbewegungen des EUR/USD Paares zu erhalten. Alle Termine über die Veröffentlichung von Informationen der beiden Volkswirtschaften können in einem Kalender zusammengefasst werden. So wissen Sie immer was als nächstes ansteht. Ein derartiger Kalender ist einfach zu verwenden und die Daten sind leicht zu interpretieren. Der Kalender enthält klare Regeln, die Folgendes zeigen:

  • Den Zeitpunkt der Veröffentlichung der Wirtschaftsnachrichten; die Währung, die betroffen sein wird;

  • Die Standardinterpretation (wie sollte sich die Währung basierend auf den tatsächlich veröffentlichten Nachrichten bewegen);

  • Die Bedeutung der wirtschaftlichen Veröffentlichungen;

  • Die Geschichte der wirtschaftlichen Veröffentlichung, wobei die Daten mehr als zwei Jahren zurückreichen.

  • Auf diese Weise kann ein Diagramm erstellt, mögliche Spitzen oder Tiefen in einem Trend, Wachstum oder eine Schwäche identifiziert werden.

DIE TECHNISCHEN ANALYSEN

Während sich die Fundamentalanalyse auf das Geschehen in der realen Welt konzentriert, einschließlich wirtschaftlicher und politischer Nachrichten und Ereignisse, konzentriert sich die technische Analyse hauptsächlich auf das Geschehen in den Charts. Sie stellen die Vergangenheit der Preisbewegungen verschiedener Handelsinstrumente im Zeitverlauf dar.

Handelsentscheidungen können durch Muster von Preisbewegungen identifiziert und auf Basis der Annahme, dass sich diese Modelle in Zukunft wiederholen werden, getroffen werden. Einige der bekanntesten und am meisten verwendeten technischen Analysen sind folgend aufgeführt. Die Übersicht gibt einen guten Einblick in die Vielseitigkeit der Analysen.

Technische Analysen

Handelsentscheidungen können durch Muster von Preisbewegungen identifiziert und auf Basis der Annahme, dass sich diese Modelle in Zukunft wiederholen werden, getroffen werden. Einige der bekanntesten und am meisten verwendeten technischen Analysen sind folgend aufgeführt. Die Übersicht gibt einen guten Einblick in die Vielseitigkeit der Analysen.

Zweifellos gibt es viel mehr technische Indikatoren, die von Interesse sind. Zwischen den vorgestellten und den meisten technischen Indikatoren sind unweigerlich Ähnlichkeiten untereinander feststellbar. Dies ist auch gut so, da sie nicht nur die mechanische Ausführung der von ihnen erzeugten Handelssignale berücksichtigen, sondern auch die von ihnen verwendete Logik und deren Beziehung zum Markt verstehen.

Bollinger Bänder

Der Volatilitätskanal der Bollinger Bänder gehört zu beliebtesten und besten Methoden zur Identifizierung eines Trends. Weiter zeigt der Indikator die Marktvolatilität an.

Der Kanal erweitert sich mit steigender Volatilität und verengt sich mit abnehmender. Wenn sich der Preis um mehr als ein bestimmtes Niveau von seinem gleitenden Durchschnitt entfernt hat kann dies einen Trend auslösen oder aufzeigen. Die Analyse wurde bereits vor über 30 Jahren vom Finanzanalysten John Bollinger erfunden.

Ein Chart der technischen Analyse Bollinger Baender

Bollinger Bändern zählen zu den Standardwerkzeugen und werden dadurch von allen gängigen Brokern unterstützt. Sie müssen lediglich die gewünschten Parameter eingeben oder zum Kennenlernen des Werkzeugs die standardmäßig vorgewählten des Brokers verwenden. Bei der Erzeugung des Kanals werden zwei Parameter benötigt:

  • Anzahl der Tage für den gleitenden Durchschnitt und
  • Anzahl der Standardabweichungen, die Sie dem Mittelwert zuordnen möchten
    • Die am häufigsten verwendeten Werte sind 2 oder 2,5. In der Statistik misst die Standardabweichung die Abweichung von den Durchschnittswerten in einer einzelnen statistischen Kette. Im Finanzbereich wird die Standardabweichung zur Messung der Volatilität verwendet.

Bei der Verwendung würden Sie eine Long Position öffnen, wenn der Schlusskurs vom vorherigen Tag über dem oberen Rand des Kanals liegt und eine Short Position, wenn der Schlusskurs des vorherigen Tages niedriger als der untere Rand des Kanals ist. Der Startpunkt der Positionen ist der Wert, bei dem der Kurs zu dem Wert am Schluss des Vortags zurückkehrt und sich wieder mit dem Durchschnittswert überschneidet.

Fraktalindikator von Bill Williams

Der Fraktalindikator von Bill Williams identifiziert und skizziert wiederkehrende Preismuster. In der Natur sehen wir fraktale Muster im Wachstum von Kristallen, der Verzweigung von Ästen oder der Struktur von Schneeflocken. Trotz der scheinbaren Willkür basiert vieles trotzdem auf Wiederholbarkeit und Selbstähnlichkeit.

Im Bezug auf das Trading beschreibt der von dem renommierten Trader und Analysten Bill Williams vorgeschlagene Fraktaltheorie, dass die Komplexität der scheinbar willkürlichen Kurse auf selbstähnlichen Muster des Traderverhalten beruht.

Chart mit Anzeige von Fraktalen

Fraktale Muster bestehen aus mindestens fünf aufeinanderfolgenden Kerzen. Jedes Fraktal sollte einen mittleren Balken haben, der eine höhere Spitze oder einen niedrigeren Boden als die beiden vorhergehenden und die nächsten beiden Kerzen besitzt. Ein Fraktal sieht wie ein Min Flip aus und zeigt signifikante Höhen und Tiefen. Der Erfinder dieser Theorie Williams behauptet, dass diese fraktalen Muster einfach und leicht zu erkennen sind. Allerdings sieht die Realität für die meisten Trader etwas anders aus. Die Abfolge dieser Diagrammmuster zu visualisieren ist komplizierter als es scheint.

Glücklicherweise gehört der Fraktalindikator bei den meisten Brokern und in MetaTrader 4 zu den implementierten Werkzeugen. Dadurch muss er nicht händisch berechnet, sondern lediglich aktiviert werden. Die Grundregeln für das Trading sind:

  • Sie handeln nach dem fraktalen Eintritt in Richtung des fraktalen Signals
  • Aber nur, wenn sich der Markt anschließend wieder in Richtung des Signals bewegt und über den Pegel des fraktalen Signals bricht
  • Setzen Sie einen Stop Loss, der vom fraktalen Stop Level getrieben wird.

Bei der Verwendung muss zunächst nach bestimmten Formationen gesucht werden, die einen Trade signalisieren. Dazu möchten wir zwei benachbarte Fraktale finden, die in die entgegengesetzte Richtung zeigen. Dieses Schema nennt Williams einen fraktalen Eintritt oder ein fraktales Signal und ist ein beliebiges Fraktal, gefolgt von einem in die entgegengesetzte Richtung. Im aufsteigenden Fraktal interessiert uns nur die höchste Kerze und im absteigenden die niedrigste. Am wichtigsten ist, dass Sie durch das Signal nur dann eine Position öffnen, wenn der Markt über das Fraktal für hohe oder niedrige Signale hinausgeht.

Eine andere von Williams definierte Bedingung ist ein Fraktalstopp, der der am weitesten entfernte Pegel der letzten beiden Fraktale ist, die sich in der entgegengesetzten Richtung des Signals befinden. Beim Handel mit einem fraktalen Signal wird empfohlen, immer einen Stop Loss direkt über/unter diesem Signal zu platzieren.

Natürlich ist kein Indikator perfekt und Fraktale sind keine Ausnahme. Beispielsweise liefert der Indikator eine große Anzahl fraktaler Signale, von denen viele falsch sein können. Ein unkontrollierter Handel mit allen möglichen Signalen wird zu schlechten Ergebnissen führen.

Die beste Nutzung des Fraktalindikators gelingt Ihnen bei der Kombination mit anderen Handelstools, um so die Handelssignale zu filtern.

Drehpunkt Indikator

Einer der beliebtesten Indikatoren für die Ermittlung der wichtigsten Unterstützungs- und Widerstandsstufen ist der Drehpunktindikator. Das Trading mit Drehpunkten basiert auf technischen Standardinformationen zu Preisniveaus wie dem oberen, unteren und dem Schlusskurs und verwendet diese, um mögliche Unterstützungs- und Widerstandsniveaus aufzuzeigen.

Es gibt dabei verschiedene Arten von Drehpunkten. Die drei bekanntesten sind die Standard Pivot, die Fibonacci Pivot und die DeMark Pivot Punkte.

Ein Chart der technischen Analyse Drehpunkt Indikator

Zur Berechnung werden die arithmetischen Mittel des höchsten (H), niedrigsten (L) und des Schlusskurses (C) der Vorperiode benötigt. Aus diesen Werten kann der beim Start benötigte Hauptdrehpunkt (P) und die größte Preisdifferenz (D) berechnet werden.

P = (H + L + C) / 3

D = H – L

Aus diesem Punkt können im Anschluss die zwei Ebenen der Unterstützung S1 und S2 sowie des Widerstands R1 und R2 abgeleitet werden.

S1 = 2P – H

S2 = P – D

R₁ = 2P – L

R₂ = P + D

Über den Hauptdrehpunkt können Sie die allgemeine Richtung der Entwicklung beurteilen. Wenn der vorherrschende Marktpreis über dem festgelegten Drehpunkt liegt, ist der Markt bullisch. Wenn der Markt jedoch unter dem Hauptdrehpunkt liegt, deutet dies auf eine rückläufige Stimmung hin – der Markt ist bärisch.

Die Unterstützungs- und Widerstandsniveaus können Sie für ein fundierteres Trading verwenden. Sollte der Indikator auf einen bullischen Markt hindeutet, öffnen Sie eine Long Position. Wird nun ein Widerstandsniveau erreicht, sollten Sie die Position schließen. Falls der Markt bärisch ist, eröffnen Sie eine Short Position. Bei Erreichen der Unterstützungsniveaus wird die Short Position geschlossen.

Alternativ können Sie Unterstützungs- und Widerstandsniveaus auch als Indikatoren dafür verwenden, wann eine Position geöffnet werden sollte.

Relative Strength Index (RSI)

Eine häufige Frage beim Trading, die wir uns auch immer wieder stellen, ist der Einstiegspunkt bei Aktien. Neben fundamentalen Gründen bezüglich neuer Zahlen oder Produkte eines Unternehmens kann der RSI, neben dem stochastischen Indikator, einen Aufschluss geben. Der Indikator zeigt, ob eine Aktie überkauft oder überverkauft ist.

RSI wurde von J. Wales Wilder entwickelt und misst die Dynamik einer Aktienkursänderung. RSI ist ein Frequenzoszillator, d.h. er schwankt je nach den grundlegenden Schutzeigenschaften zwischen 0 und 100 und wird auf der Grundlage der durchschnittlichen Gewinne aus früheren Sitzungen im Verhältnis zu den Verlusten berechnet.

Chart der technischen Analyse RSI

Jeder Indikator hat seine Stärken und Schwächen, aber wie die meisten Indikatoren werden sie besser, wenn sie zusammen verwendet werden. Daher stellen wir Ihnen den stochastischen Indikator vor. Diese beiden Indikatoren harmonieren sehr gut bei verbundener Verwendung und helfen Ihnen beim Auffinden der optimalen Einstiegspunkte.

Wenn die durchschnittlichen Gewinne eines Wertpapiers die durchschnittlichen Verluste für den festgelegten Zeitraum zunehmend übersteigen, nähert sich der der RSI dem Wert 100 an. Je höher der RSI steigt, desto stärker und länger ist der Aufwärtstrend. Andererseits führt ein langer Abwärtstrend zu einem RSI, der sich zunehmend in Richtung Null bewegt. Die Folgenden Werte gelten als Schwellen für überkaufte oder überverkaufte Wertpapiere:

  • 100: Die aktuelle Sitzung ist innerhalb der festgelegten Zeiträume zum höchsten Preis geschlossen wurden und gilt als überkauft.
  • 80 oder höher: Ab dem Wert 80 gilt ein Kurs als überkauft, da dies einen besonders langen Zeitraum mit konstant hohem Preis aufzeigt.
  • 30 oder geringer: Sobald der Wert unter 30 fällt steht dies für einen überverkauften Kurs

Stochastischer Indikator

Der Stochastischer Indikatoren ist sehr ähnlich zum RSI. Der RSI wird auf der Grundlage durchschnittlicher Gewinne und Verluste berechnet und der stochastische Indikator vergleicht das aktuelle Preisniveau mit seiner Bandbreite über einen bestimmten Zeitraum. Aktien tendieren dazu, in der Nähe ihrer Spitzen in einem Aufwärtstrend und in der Nähe niedriger Niveaus in einem Abwärtstrend zu schließen. Preisbewegungen, die sich anders als diese Extreme in Richtung des mittleren Preissegments bewegen, werden als Erschöpfung des Trends interpretiert.

Chart der Stochastischen und RSI Analyse

Standardabweichung

Die Standardabweichung ist gibt Aufschlüsse zur aktuellen Volatilität eines Titels. Sie stammt aus der Statistik ein Begriff und beschreibt die Verteilung eines Datensatzes. Je größer die Standardabweichung, desto weiter entfernt sind die einzelnen Werte des Titels entfernt und umgekehrt. Einfacher gesagt, wenn die Standardabweichung sehr groß ist, ist die Schwankung des Titels besonders groß und große Schwankungen bieten in Trading kurzfristige Gewinnmöglichkeiten.

Neben dem einfachen Erkennen aus Erfahrung und Beobachtung kann die Standardabweichung mathematisch bestimmt oder beim Broker Ihrer Wahl aktiviert werden.

Chart der technischen Analyse Standardabweichung
  1. Legen Sie einen bestimmten Beobachtungszeitraum fest (z. B. 20 Perioden)
  2. Berechnung des arithmetischen Mittelwerts der Preise über eine Periode
  3. Berechnung, um wie viel der Preis in jeder Periode vom Durchschnitt abgewichen ist
  4. Grad 2 der Abweichung von Schritt 3
  5. Summieren der Werte aus Schritt 4
  6. Teilen Sie die Anzahl der Perioden, um die Abweichung zu erhalten
  7. Nehmen Sie das Quadrat der Abweichung, um die Standardabweichung zu erhalten

Die Formel zur Berechnung der Standardabweichung lautet:

σ = i = 1N [x – x] 2

Es wird erwarten, dass etwa zwei Drittel der Werte weniger als eine Standardabweichung vom Mittelwert bis zur Normalverteilung reichen. Etwa 95 % aller Werte variieren um weniger als zwei Standardabweichungen und fast alle Werte liegen innerhalb von drei Standardabweichungen vom Mittelwert.

Es ist nicht immer der Fall, dass die für ein Instrument gehandelten Preise einer Normalverteilung unterliegen. Es kann jedoch Zeiten geben, in denen dies eine vernünftige Annahme ist, beispielsweise in einem sich seitwärts bewegenden Markt. In diesem Fall sind kurzfristige Preisschwankungen häufig willkürlich. Dann ist die Wahrscheinlich immer sehr hoch, dass eine Rückkehr zum Durchschnitt wahrscheinlich ist und Sie können die entsprechende Position öffnen.

Der Indikator gibt lediglich die Volatilität an und sollte niemals alleine genutzt werden. Es ist immer besser Eine Kombination aus mehreren Werkzeugen zu verwenden. Zum Beispiel ist die Standardabweichung ein Schlüsselelement beim Aufbau von Bollinger Bändern. Bei diesem Indikator fungiert der gleitende Durchschnitt als Mittellinie. Weiter werden die Volatilitätskanäle angezeigt,  die sich auf einer Reihe von Standardabweichungen darüber und darunter befinden.

Average True Range (ATR)

Der ATR ist ebenfalls ein Indikator zum Aufzeigen der Volatilität. Es wird die Änderung des Marktpreises verfolgt und sie werden mit historischen Werten verglichen. Dem Erfinder waren die bis dahin vorhanden Indikatoren der Vitalität nicht genau genug. Zu den bekannten Schwankungen innerhalb eines Tages (niedrigster zu höchsten Tageskurs) wurde die Möglichkeit zum Aufzeigen von Gaps (Sprüngen außerhalb der Handelszeiten) hinzugefügt.

Ein Chart der technischen Analyse ATR

Je höher der ATR ist, desto höher ist die aktuelle Volatilität des Wertes. Eine Grundannahme bei Indikatoren zur Volatilität ist, dass bei einer Zunahme dieser ein Trend bevorsteht. Sobald die Volatilität wieder abnimmt, nimmt auch der Trend wieder ab. Allerdings kann der ATR nicht aufzeigen in welche Richtung ein möglicher Trend zeigen könnte.

Wie viele Volatilitätsindikatoren sollte auch der ATR nicht allein genutzt werden. Er kann zwar Handelssignale aufzeigen, allerdings können Trends oder fundamentale Informationen von außen die Signale sehr schnell als unbrauchbar deklarieren. Nach logischen Gesichtspunkten funktionieren die Indikatoren recht gut, jedoch ist die Börse selten so logisch, wie man es sich erhoffen würde.

Moving Average Convergence Divergence (MACD)

Frei übersetzt steht MACD für „Indikator für das Zusammen-/Auseinanderlaufen des gleitenden Durchschnitts“. Es werden zwei gleitende Durchschnitte verwendet, um Kauf- oder Verkaufssignale zu generieren. MACD gehört zu den häufigst angewendeten Indikatoren und wurde zum Ende der 1970er von Gerald Appeal entwickelt. Durch die guten Einstellmöglichkeiten kann der Indikator für eine Vielzahl von Strategien eingesetzt werden. Dazu müssen die Zeiträume zur Berechnung der gleitenden Durchschnitte entsprechend angepasst werden.

Chart der technischen Analyse MACD

MACD bietet aufgrund seiner vielen Anwendungen große Flexibilität beim Trading und kann folgende Punkte darstellen:

  • Divergenz
  • Konditionen für Kaufen und für das Weiterverkaufen
  • Genaue Trendumkehr
  • Durchbrüche
  • Bestätigungsalarme

MACD Divergenz
Das Verständnis der Konvergenz und Divergenz beim MACD ist sehr wichtig. Wenn der Preis einen neuen Tiefpunkt erreicht, MACD ihn jedoch höher darstellt, ist dies eine Divergenz. Wenn der Preis höher ist, der MACD jedoch niedriger ist, ist dies eine Schwertdivergenz.

Abweichungen treten fast immer unmittelbar nach einer starken Aufwärts- oder Abwärtsbewegung der Preise auf. Sie sind lediglich ein Hinweis darauf, dass der Preis möglicherweise umgekehrt und normalerweise durch einen Bruch in der Trendlinie bestätigt wird.

Das Beispiel zeigt einen MACD mit den häufigsten Standardeinstellungen des Indikators. Es werden 9, 12 und 26 Tage als Perioden verwendet. Die Einstellung kann entsprechend seinem Handelsstil genauer angepasst werden. Der exponentiellen gleitenden 26 Tage Durchschnitt (EMA) wird von dem 12 Tage EMA subtrahiert. Die dritte Linie ist der neuntägige EMA, auch als Signallinie bezeichnet, ist auf dem Diagramm des Indikators dargestellt und markiert normalerweise die Kauf- und Verkaufssignale.

Weiterhin gibt es neben der Variante mit drei Durchschnitten eine mit zwei Durchschnitten, die nicht näher erläutert wird.

Fibonacci Retracement

Im 13. Jahrhundert führte der italienische Mathematiker Leonardo Pisano Bogolo die Fibonacci Zahlen erstmals ein. Diese Zahlenreihe hat einzigartige mathematische Eigenschaften und Beziehungen, die in Natur, Architektur, Biologie usw. zu finden sind. Die weit verbreitete Präsenz dieser Kennzahlen im Universum erstreckt sich auch auf die Finanzmärkte. Dadurch verwenden viele Trader die Fibonacci Handelsstrategie, um einen Wendepunkt auf dem Markt zu identifizieren.

Chart mit der Anzeige der Fibonacci Retracement

Bevor wir uns der Mechanik des Handels mit Fibonacci Zahlen zuwenden und wie sie sich in eine Strategie verwandeln können, ist es wichtig die Fibonacci Reihe und ihre mathematischen Eigenschaften zu verstehen. Bei der bekannten Fibonacci Reihe ist die nächste Zahl immer die Summe aus den beiden vorherigen. Diese Serie kann unendlich weitergeführt werden.

0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610, …

Es gibt einige interessante Beziehungen zwischen diesen Zahlen, die die Grundlage für den Handel mit Fibonacci Zahlen bilden. Wir können nicht alle diese Beziehungen aufzeigen, daher erklären wir im folgenden die wichtigsten, um die Fibonacci Handelsstrategien zu verstehen:

  • Wenn Sie die Zahl durch die vorherige Zahl teilen, nähert sich das Ergebnis dem golden Schnitt von 1,618 immer weiter an. Dies wird als Schlüsselebene bei den Fibonacci Erweiterungen verwendet.
  • Wenn Sie die Zahl durch die nächsthöhere Zahl teilen, nähert sich das Ergebnis dem Wert 0,618 an. Diese Zahl ist die Grundlage für das Fibonacci Retracement Niveau von 61,8 %.
  • Wenn Sie die Zahl durch die Zahl zwei Stellen höher teilen, nähert sich das Ergebnis dem Wert 0,382 an. Diese Zahl ist die Grundlage für das Fibonacci Retracement Niveau von 38,2 %.

Der Wert 1,618 ist als Goldener Schnitt, Goldmedium oder Phi bekannt. Das Gegenteil vom Goldenen Schnitt ist die Zahl 0,618. Diese beiden Zahlen kommen in der Natur und in der Biologie sehr häufig vor. Laut William Hoffner vom Smithsonian Magazine im Dezember 1975 ist das Verhältnis von 0,618034 zu 1 die mathematische Grundlage für die Form von Spielkarten und Parthenon, Sonnenblumen und Muschelschalen, griechischen Vasen und Spiralgalaxien. Die Griechen stützen einen Großteil ihrer Kunst und Architektur auf dieses Verhältnis.

Zunächst werden diese „speziellen“ Zahlen in Fibonacci Korrekturlevel und Fibonacci Erweiterungen unterteilt, die dann Werte liefern, bei denen es möglicherweise zu einem Wendepunkt auf dem Markt kommen kann. Folgend werden die Zahlen genauer betrachtet.

Fibonacci Korrektur
Fibonacci Korrekturniveaus helfen dabei, Unterstützungs- und Widerstandsniveaus zu identifizieren, bei denen zu erwarten ist, dass sich die letzte Preisbewegung umkehrt. Diese Ebenen können dann verwendet werden, um eine Transaktion zu tätigen. Es ist wichtig zu wissen, dass die Fibonacci Anpassungsniveaus auf der neuesten Marktbewegung basiert. Nach einem starken Preisanstieg werden Trader vom untersten zum höchsten Niveau beobachten, um die Entwicklung des Preises zu analysieren, bevor sich der allgemeine Aufwärtstrend umkehrt.

Dieses Kaufmodell wird verwendet, wenn sich der Markt in einem Aufwärtstrend befindet. Trader möchten herausfinden, wie hoch der Preis steigt, bevor er seine Unterstützung findet. Diese Unterstützungsniveaus können Fibonacci Korrekturniveaus sein. Die Niveaus betragen 23,6 %, 38,2 %, 61,8 % oder 78,6 %. In einem Abwärtstrend muss entsprechend umgekehrt gedacht werden und die Widerstandsniveaus als Grenzen angesehen werden.

Bei der Anwendung von Fibonacci Zahlen müssen Sie diese zunächst in Ihrer Software oder direkt im Webtool Ihres Brokers einzeichnen. Wenn der Kurs Ihrer Position jetzt die entsprechenden Niveaus erreicht müssen Sie entsprechend handeln um Gewinne zu realisieren. Weiterhin bieten die Niveaus auch gute Möglichkeiten um Stop Loss und Take Profit Orders zu nutzen.

On-Balance-Volume (OBV)

Der OBV Indikator misst die Gewinne und Verluste des Volumens eines gehandelten Instruments im Verhältnis zu seinem Preis. Dieser Wert soll der Bestätigung von Preisbewegungen dienen, da das Volumen dem Preis vorausgehen sollte. Dabei wird dem gesamten Tagesvolumen eine positive Zahl zugewiesen, wenn es gegenüber dem Vortag gestiegen ist. Ebenso wird ein negativer Wert vergeben, wenn sich das Gesamtvolumen gegenüber dem Vortag verringert hat.

Bei parallel Bewegung von Preis und Volumen wird dies allgemein als Bestätigung des Trends bezeichnet. Falls eine Diskrepanz zwischen Preis und OBV vorhanden ist, zeigt dies eine Schwäche in der Marktbewegung.

Die Messung des Gesamtmarktvolumens eines Marktes ist mit der gewünschten Geschwindigkeit und Tiefe nicht möglich. Das auf Ihrer Plattform verfügbare Volumen wird aus dem eigenen Datenfluss Ihres Brokers abgeleitet. Diese Zahlen werden sich nicht einmal annähernd dem globalen Volumen weltweit nähern. Dennoch gibt es Trader, die Volumenindikatoren für ihren Devisenhandel verwenden und die dies sogar erfolgreich tun.

Das hier vorgestellt On-Balance Volume ist zudem zum realen Markt verzögert. Somit können kurzfristige Entscheidung bei einem möglichen Trendumkehr nicht auf Basis diesem Indikators getroffen werden.

DIE WELLENANALYSE

Die Wellenanalyse ist ein sehr interessantes Feld der Wirtschaftswissenschaft. Neben den technologischen Wellen nach Schumpeter gibt es für den Finanzmarkt die Wellentheorie nach Elliott. Die Theorie wurde bereits in den 1920er aufgestellt und hat mit einigen Verbesserungen bis in die heutige Zeit bestand. Es werden psychologische Aspekte der Käufer analysiert, um Trends auf Basis von historischen Bewegungen vorhersagen zu können.

Der Grund liegt in der Marktstimmung. Die Marktteilnehmer bewegen sich häufig wie eine Herde und reagieren ähnlich auf ähnliche Ereignisse und Botschaften. Auf die Bewegung der Kurse bezogen werden die Bewegung als Käufe und Verkäufe dargestellt, die zu Preisschwankungen führen. Die Schwankungen gehen mit der schwankenden Grundstimmung der Anleger einher, die zwischen Optimismus und Pessimismus schwankt.

Elliot Grundstruktur